Geflügelter Zellendrachen nach Potter

Nein, auch wenn Harry Potter in aller Munde ist, diesmal soll nicht die Rede vom Zauberlehrling aus England sein. Wenngleich wir auf den britischen Inseln bleiben, denn hier arbeitete im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Metereologe mit Namen Samuel Potter. Dieser erforschte die Erdatmosphäre, wie es seinerzeit üblich war, mit Hilfe von Drachen und befand sich, nebenbei bemerkt, im engen Wettstreit mit Salmon, der durch seine Zellendrachen gewisse Erfolge erzielen konnte.
In wie weit die Beiden auf diversen Höhenflugwettbewerben aneinander geraten sind, bleibt leider im Dunkeln verborgen. Ebenfalls im Dunkeln liegt der grösste Teil des Schaffens von Potter verborgen. Somit also eine denkbar schlechte Ausgangslage um einen Potter-Drachen nachzubauen. Warum wir trotzdem ans Werk gegangen sind, hat zwei Gründe.
Zum einen sollten die Fanø Classics im Jahr 2004 um einen Tage von zwei auf drei Veranstaltungstage ausgedehnt werden. Der gewonnene Tag sollte dabei für ein Workshop genutzt werden und da das Thema der Classics 2004 "metereologische Drachen" ist, sollte natürlich auch der Workshopdrachen irgendetwas mit der Metereologie zu tun haben.

Nun fallen workshop-taugliche Drachen nicht gerade vom Himmel, gerade wenn diese auch noch anfängertauglich sein sollen. So musste Falk Hilsenbek, den wir für den Workshop als Lehrer gewinnen konnten, tief in seinem Archiv kramen, bis er den Potter Drachen entdeckte.
Viel wissen wir leider nicht über diesen Drachen. Um genau zu sein haben wir gerade einmal ein kleines Bildchen von ihm und das war es dann auch schon. Nach vielen Telefonaten und noch mehr Faxen und Emails einigten wir uns letztendlich auf die hier gezeigte Bauweise. Sowohl Falk als auch Ralf meinen, dass Potter seinen Drachen so gebaut haben wird. Sicherheit, dass dies auch wirklich so war, gibt es allerdings erst dann, wenn endlich einmal ein Original bei irgendeinem Sammler auftauchen sollte.
Der andere Grund, weswegen wir uns für den Potter Drachen entschieden haben ist der, dass man quasi zwei Drachen in einem erhält. Die hier auf der Seite gezeigten Bilder zeigen den Drachen alle mit angesetzten Flügeln. In dieser Version wird er bei leichtem bis mittlerem Wind geflogen. Potter hatte seinen Drachen aber so konstruiert, dass just diese Seitenflügel abzunehmen sind. D.h. bei aufrischendem Wind entfernt man einfach die Querspreize, bindet die Flügel los und schon hat man eine Sturmbox, welche auch härteste Windgeschwindigkeiten aushält.

Technische Daten: Pottersche Zellendrachen
- Drachentyp: Zellendrachen
- Maße (Breite x Höhe x Tiefe in mm): 220 x 165 x 62
- Segel: Baumwolle
- Gestänge: Holz
- Konstruktion: Samuel Potter
- Erstflug: 04 / 2004
- Bauplanveröffentlichung: KITE&friends 06-2004

Download des Potter Videos (RealPlayer Format, 1.7Mb)
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